Eine Band funktioniert wie eine Firma.

Musik machen ist erst einmal teuer: Instrumente, Proberaum-Miete, Studio und CD-Produktionskosten, Werbung und Promotion, Video-Drehs, Tourbus, Fahrtkosten und Übernachtung bei Konzerten – und der Tontechniker will auch am Ende sein Geld.

Neben spärlichen Gagen, den geringen Verkaufszahlen von CDs und Platten und den mageren Ausschüttungen von Streaming-Plattformen gibt es eigentlich wenig Möglichkeiten als Band mit ihrem Produkt, ihrer Musik und ihrer Marke Geld zu verdienen und das Musik machen zu bezahlen. Hier ein Möglichkeit, mit wenig finanziellem Einsatz selbst als Band Kohle zu machen.

Make Money

Ein Weg ist der Merchandise. Darunter versteht man die weitere Vermarktung der Marke „Band“ mit Fan-Artikeln.
Neben CDs fällt einem sofort das Fan-Shirt ein, fast ein Muss für jeden Merch-Shop.

Mode und Message

Jetzt ist die Frage, was man als Band für eine Message mit seinen Produkten transportieren will.
Will man ein überteuertes qualitativ minderwertiges Shirt, das billig in Bangladesch produziert und in China bedruckt wurde verkaufen – oder soll es ein fair gehandeltes Shirt aus Bio-Baumwolle sein, das man selbst mit liebe und in Handarbeit mit wasserbasierter veganer Druckfarbe bedruckt?

Als Fan einer Band, bin ich gerne bereit 5 Euro mehr zu bezahlen, wenn es ein qualitativ hochwertiges und handgemachtes Produkt der Band ist.

DIY Siebdruck: Einfach & günstig

Ich selbst habe vor ein paar Jahren mit dem „Siebdruck-Verfahren“ angefangen, zusammen mit meinen Bands, Merch zu produzieren. Das ist ein relativ einfaches und schnelles Druck-Verfahren mit dem man große Stückzahlen in kurzer Zeit und zu einem sehr günstigen Preis produzieren kann.

Und es ist gar nicht mal so kompliziert. Die Erst-Investition für Equipment mit dem man einen einfarbigen Druck machen kann beträgt ca. 100 Euro. Hier ein kleiner Einblick in die letzte Siebdruck-Session mit den Adulescens:

Vermarktung auf Konzerten

Es gibt keinen besseren Moment als direkt nach einem richtig guten Konzert, wenn alle Fans völlig aufgeladen sind, Shirts und CDs zu verkaufen. (die häufigste Frage an den Tontechniker nach einem Konzert ist wirklich, ob es irgendwo CDs zu kaufen gibt!)

Eure Fans wollen den Kontakt zu euch und etwas von ihrem Erlebnis mit nach Hause nehmen!

Ladet eure Fans nach dem Konzert in euren Shop ein. Trefft euch dort auf ein After-Show Bier, kurze Gespräche und Autogramme. Seid einfach da und greifbar. Wenn jetzt auch noch der Shop gemütlich und einladend gestaltet ist (Beleuchtung, Deko, schöne Präsentation eurer Ware) macht es noch mehr Spaß seine Band mit dem Kauf von Artikeln zu supporten.

Merch-Laden: Lichtstativ mit einem Netz-Backdrop und etwas Deko auf das Transport-Case.

Mittlerweile gibt es gute Lösungen für Kartenzahlungen und auch eine PayPal-Überweisung lässt sich mal eben am Handy machen, sollte das Bar-Geld eures Fans wirklich schon in Bier geflossen sein. Macht es euren Fans so einfach wie möglich!

Tips & Tricks für den lukrativsten Merchverkauf vor Ort

•  Eine genaue Inventur vor und nach jedem Konzert, sowie das Führen eines Kassenbuches ist Pflicht.
•  Dokumentiert alle Verkaufszahlen damit ihr wisst, was ihr beim nächsten Tourbock einpacken müsst, welche Shirt-Größen sich gut verkaufen und auf welche Farben eure Fans stehen. Das hilft euch bei der nächsten Produktion.
•  Unterschätzt nicht den Frauen/Männer-Anteil und produziert für beide Geschlechter passenden Merch.
•  Gebt euch bei der Präsentation eurer Ware Mühe. Kauft ein paar LED-Teelichter, ein paar CD-Aufsteller, ein paar Akku-Lampen und schöne Kleiderbügel, stellt zur Not ein iPad hin um euren Fans zu zeigen, wie ihr selber den Merch bedruckt oder die CD-Aufgenommen habt.
•  Man muss den Shop auch finden: nehmt einen schönen Stoff mit den ihr über den Tisch legt und bastelt euch am besten ein Shop-Schild (umso auffälliger, umso besser) das auch wirklich niemand übersehen kann, das es dort was zu kaufen gibt.

Papier-Banderole um jedes gefaltete Shirt – damit bleiben die Shirts ordentlich zusammen gelegt und die Größe ist schnell zu finden.

Vermarktung im Online Shop

Dafür gibt es mittlerweile einfache und günstige Webshops (zb.: shopify.com). Viele Labels bieten auch an über deren Shop eure Ware zu vertreiben.

Tips & Tricks für den lukrativsten Merchverkauf online

•  Nehmt euch Zeit, macht richtig gute Fotos von euren Artikeln, schreibt gute Produkt-Beschreibungen
•  Ein absolutes Muss beim Online-Verkauf von tragbaren Artikeln: Fotos der Produkte am Menschen. Wenn ihr es richtig professionell machen wollt schriebt ihr in die Produktbeschreibung einen Hinweis wie „Das Model trägt das Modell Größe S“ um euren Fans ein Gefühl für die Maße zu vermitteln.
•  Bietet gerade in der Weihnachtszeit Bundle-Pakete und Schnäppchen an um eure Produkte los zu werden.
•  Fragt einen Grafik-/Design-Studenten um Hilfe bei Motiven.
•  In Zeiten des E-Commerce ist es wichtig das ihr schnell auf Bestellungen reagiert und schnell verschickt. Besorgt euch ausreichend gepolsterte Versand-Taschen und haut das Zeug so schnell wie geht in den Briefkasten damit eure Fans nicht warten müssen.
•  Verlinkt den Online-Shop auf eurer Webseite und auf euren Social-Media-Fanpages.
•  Postet Social-Media Beiträge mit Fotos von euch oder anderen die den Merch tragen/halten. Am Besten tragt ihr eure Shirts gleich selbst bei eurem Auftritt.