Was ist ein Technical Rider und wie schreibt man einen?

Der Technical Rider (Technischer Anhang) ist ein Teil des „Gastspielvertrages“ – also Teil des Vertrages zwischen Konzertveranstalter und Band, der alle technisch relevanten Rahmenbedingungen für ein Konzert regelt.

Gastspielverträge sind wichtig wenn Geld und Verbindlichkeiten im Spiel sind – bzw. ihr darauf angewiesen seid Geld mit einem Konzert zu verdienen und euch vertraglich absichern wollt/müsst. Wenn ihr Musik mindestens Nebenberuflich macht und als Band eine Firma (z.B. GBR) gegründet und ein wirtschaftliches Interesse an einem Konzert habt ist das ein Muss. Oft werden diese Gastspielverträge von Booking-Agenturen bzw. Managements für euch abgeschlossen.

Aber auch als Hobby Musiker kommt ihr zumindest nicht am Technical Rider vorbei – auch wenn es bei euren Konzerten sehr locker und persönlich ohne Verträge zu geht. Denn die Frage kommt immer: „Was braucht ihr denn an Technik?“

Der Technical Rider

Der Technical Rider beschreibt alle technischen Fakten rund um eure Band und die für das Konzert nötige Veranstaltungstechnik.

Neben dem Technical Rider der Band gibt es auch das Gegenstück, den „Venue Technical Rider“ (eng. Venue = Veranstaltungsort) in dem man alle technischen Infos (Technische Ausstattung) zum Veranstaltungsort findet.

Was muss ich beim schreiben eines Technical Riders beachten?

Veranstalter und Techniker bekommen über das Jahr gesehen hunderte Technical Rider zugeschickt. Deren Job ist es Konzerte zu machen, sich um die Technik zu kümmern und diese halten sich aus eigener Erfahrung nicht damit auf, mehrseitige Romane mit utopischen Wunschlisten durchzulesen. Rider werden eher „überflogen“ – meist ähneln sie sich und es wird nur überprüft ob die generelle Ausstattung des Clubs ausreichend ist oder man sich arrangieren muss.

-> Umso schneller sich alle wirklich wichtigen Informationen aus dem Dokument schließen lassen, umso eher wird man diese erfüllen und aussergewöhnliche „Specials“ für euch umsetzen.

Noch ein Erfahrungswert: Die Erfüllung aller „Sonderwünsche“ / „Specials“ sind proportional zu den Verkaufszahlen der Konzertkarten. Wenn ihr es also schafft, das eure Show ausverkauft ist (und die Gästeliste dabei überschaubar bleibt) wird man liebend gern sich die Mühe machen euch alles zu bieten, was ihr anfordert.

Es ist aber auch hoffentlich verständlich, das ein Veranstalter, der mit 10 verkauften Karten nicht mal seine Betriebskosten für den Abend decken kann, euch nicht auch noch das Premium Mischpult mietet und hinstellt.

Checkt also euren Marktwert und passt eure Forderungen entsprechend der zu erwarteten Gäste an und bleibt realistisch.

Ausverkaufter Club – da steht dann auch der GinTonic im Backstage.

Vorlage Technical Rider

Hier findest du eine Vorlage eines Technical Riders als PDF zum Download. Kopiere dir einfach den Text in ein neues Dokument und modifiziere den Text so wie du es benötigst.

Layout

Seitenanzahl:

Ein „Traum“ Rider besteht aus 1 bis 4 Seiten die sich sinnvoll ausdrucken lassen. Umso weniger, umso besser. Als Faustregel gilt, pro Gewerkt (Bühne, Ton, Licht, Video, …) eine DinA4 Seite mit allen Infos für eben nur dieses eine Gewerk! (damit sich der Tontechniker nur 1 Seite, max eine Doppelseite ausdrucken muss, usw…) Also kürz solange alle Infos auf das absolut wichtigste, bis ihr das vernünftig und übersichtlich auf eine bzw. doppelseitig bedruckte DinA4 Seite bekommt.

Farben und Schriften:

Natürlich könnt ihr das CI (eng. Corporate Identity – Farben, Schriften, Logos) eurer Band im Technical Rider gestalterisch einsetzen. Bitte an folgendes denken:

  • alle verwendeten Farben sollten im Schwarz/Weiss Druck ebenfalls noch Lesbar sein (z.B. Gelb) – macht unbedingt einen Testdruck in S/W! In den meisten Büros wird Geld gespart und nur mit S/W gedruckt.
  • Verwendet gut lesbare Schriften für Texte
  • Hintergrund eures Dokumentes sollte immer Weiss sein! Keiner will euren Rider ausdrucken und dabei seine Druckerfarbe leer machen!

Fußnote:

Viel zu oft vergessen und doch so unglaublich wichtig. Rider werden oft schon 1 bis 1/2 Jahr im Voraus verschickt und sind deshalb am Konzert-Tag in den meisten Fällen nicht mehr aktuell. Am besten ihr oder euer Tourmanager / Techniker ruft eine Woche vor Konzert nochmal beim Veranstalter / Haustechniker an und klärt ab, ob er den aktuellsten Rider bekommen hat und ob alles in Ordnung geht. Um die Kommunikation zu erleichtern und auch Haustechnikern die Möglichkeit zu geben selber die Aktualität zu checken, packt folgende Infos in die Fußnote jeder eurer Seiten des Riders:

Erstellungs-Datum:

Unbedingt das letzte Änderungsdatum (lässt sich in allen gängigen Text-Programmen automatisieren -> Einfügen -> Datum).

Versionsnummer:

Ebenfalls Sinnvoll ist es dem Dokument eine Versions-Nummer für jede Änderung zu geben die auch im Dateinamen abgespeichert wird. z.B. Version 1.02 (Versionsnummer, Änderungsnummer)

Grundlegende Änderungen haltet ihr mit der Versionsnummer fest (z.B. Version 1. für den ersten Rider, Version 2. es kam ein neues Bandmitglied dazu, Version 3. Festival-Saison mit größerem Setup)

Kleine Änderungen in der aktuellen Version haltet ihr mit der Versions-Änderungsnummer fest (z.B. .02 kleine Aktualisierung der Mikrofonliste).

Seitenanzahl:

Damit man als Festival-Veranstalter nicht den Überblick verliert wenn in einer Mappe alle Rider des Tages drin liegen, packt in die Fußnote unbedingt die Seitenzahl sowie Seitenanzahl. z.B. Seite 2 von 4. Das lässt sich auch super in Textprogrammen automatisieren über -> Einfügen -> Seitenzahl / Seitenanzahl

Dateiformat:

Rider werden in der Regel via E-Mail verschickt bzw. auf der Webseite zum Download angeboten. Achtet darauf den Rider als druckbares PDF abzuspeichern und zu versenden. PDFs lassen sich auf allen gängigen Betriebssystemen öffnen, Schriften und Grafiken sind eingebettet und der Text-Inhalt ist vor unautorisierten Veränderungen geschützt. Offene Dokumente (wie Word, Pages, OpenOffice, und Co.) sind ein NoGo! Achtet auch darauf das verwendete Bilder und Grafiken von der Datengröße her reduziert sind, nicht das euer PDF am Ende 15MB hat.

Nicht vergessen, speichert den Rider mit einem aussagekräftigen Dateinamen aus Bandname, Jahr und Versionsnummer. z.B. rider-shredcats-2019-V1-02.pdf

-> Es bietet sich an, neben der wichtigen Infos wie Datum, Version und Seitenzahl in der Fußnote, auch einen kurzen Link zum Download des aktuellen Riders rein zu schreiben. z.B. www.shredcats.com/rider

Gerade für Festivals sind Rider wichtig – hier geht es ab wie am Fließband – wenig Zeit für Umbau und technische Probleme.

Was gehört an Infos in den Technical Rider?

Seite 1 – Infos Veranstalter, Venue und Bühne

Bandname

-> Logo, Bandfoto mit Schriftzug, etc… Tobt euch kreativ aus, aber beschränkt euch Platzmäßig auf das obere Viertel der Seite, darunter braucht ihr noch genug Platz für wichtige Infos!

Kontakt

Alle wichtigen und Technik relevanten Kontakte für das Konzert wie Ansprechpartner Band, Tourmanager, Booking-Agent, Management, Techniker, usw…

Name, Funktion, Handynummer, E-Mailadresse

Travel Party

Eine wichtige Info für Veranstalter, sofern es keinen Gastspielvertrag o.ä. gibt wo das schon fest gehalten ist: Wie viele Personen seid ihr? Bitte haltet die Anzahl der Crew auf einem realistischen Niveau passend zu eurem Marktwert! Crewmitglieder kosten dem Veranstalter Geld, die wollen was zu trinken, zu essen und zahlen keinen Eintritt. Lebenspartner, Beste Freunde, Fotograf, ViPs, „Roadies“ und „Groupies“ gehören auf die Gästeliste und trinken euch im Backstage nur das Bier weg!

By the way: Es kann selber total nervig sein, wenn eine andere Band des Abends die Fußballmannschaft des Drummers in den Backstage einläd, die dann wie die Heuschrecken über euren Bier-Kühlschrank her fallen und Party veranstalten während ihr euch versucht aufs anstehende Konzert zu konzentrieren. Also überlegt euch gut, wer in den Backstage darf!

Anfahren & Parken

Reist ihr mit 5 PKWs, einem Sprinter der nicht in ein Parkhaus passt oder einem Nightliner samt Trailer der einen Starkstromanschluss an der Parkposition vor dem Club benötigt – das kann für die Fahrzeug-Logistik vor Ort einen großen Unterschied machen. Gerade in großen Städten kann es mühsam sein für 5 PKWs einen Parkplatz zu finden bzw. genug Fläche für einen Nightliner zu haben. Beschreibt kurz mit welchem Fahrzeug ihr anreisen werdet und wie viele Parkplätze ihr benötigt.

Load in in Bamberg am Liveclub – hier wird über den Haupteingang ebenerdig geladen.

Load In

Habt ihr große und schwere Kisten weist darauf hin das ihr einen barrierefreien Zugang zu Bühne – andernfalls ein paar kräftige und nüchterne Helfer für den Load In / Out braucht. Es ist immer sinnvoll kurz vor der Anreise mit der Venue nochmal zu telefonieren und sich bezüglich Parken, Ladezone und Ladewege beraten zu lassen. Oft ist der Ladeweg auf der Rückseite des Gebäudes, nicht am Haupteingang oder der angegebenen Adresse – und gerade bei Treppen muss man deutlich mehr Zeit einrechnen.

Der in meiner Karriere spektakulärste Backline Shuttle
Mit dem Boot zur schwimmenden Bühne
Load in auf dem Toplitzsee in Österreich

Bühne

Hier geht es darum wie groß eure Bühnenfläche mindestens sein muss, damit ihr mit müh und not noch darauf spielen könnt ohne das jemand von der Bühne fällt. Seid hier realistisch, probiert im Proberaum euren komprimiertesten Aufbau aus und beschreibt die minimale sowie die angenehme Größe die ihr benötigt, um spielen zu können. Oft sind die Bühnenmaße sowieso fix. Es gibt aber Situationen in denen extra für das Konzert eine Podesterie gebaut wird, und dann ist es gut einen Anhaltspunkt zu haben was man euch hinstellen muss.

Platz findet sich selbst auf den kleinsten Bühnen. Diese hier hat nur 2x4m – da stehen am Ende 6 Musiker drauf!
Selbe Band auf einer 12x10m OpenAir Bühne.

Riser (z.B. Drum-Riser), sind zusätzlich auf die Bühne gestellte Bühnenpodeste z.B. für Schlagzeug, Bläser, Chor, Keyboards, etc… Einzelne Bühnenelemente haben in der Regel eine Größe von 2x1m und sind 20, 40 oder 60cm hoch. Für das Schlagzeug braucht man z.B. 2-3 Bühnenelemente, also einen Riser von 2×2 / 2x3m.

Auf kleinen Club Bühnen kann sich ein Riser auch mal negativ auf den verfügbaren Platz auswirken und es ist besser ohne Riser zu spielen. 😉

Rollriser haben Rollen anstatt Podest-Füßen montiert und lassen sich verschieben. Rollriser sind super bei sehr kurzen Umbauzeiten (Change Over) wie auf Festivals. Dort lassen sich hinter der Bühne z.B. schon das Schlagzeug aufbauen und Mikrofonieren. Wenn ihr wisst, das wenig Zeit aber viel Vorzubereiten ist, fordert hier Rollriser für entsprechende Instrumente an. (in der Regel sind aber bei kleineren Festivals nicht mehr als 1 bis 2 Riser verfügbar… wenn überhaupt…)

Roll-Riser auf einem Festival. Auch super für andere Instrumente bei denen viel aufgebaut und verkabelt werden muss.

Bühnentische bestehen auch oft aus Bühnenelementen 1x2m mit 80 oder 100cm Füßen. Diese sind besonders gut für DJs und Mischpulte geeignet da sie ein hohes Eigengewicht haben, also nicht so schnell verrutschen.

Seite 2 – Tontechnik

Die wichtigste Info für die örtlichen Tontechniker ist:

Habt ihr einen eigenen Tontechniker / Mischer dabei?

Spielen wir mal den Fall durch: NEIN ihr habt keinen eigenen Tontechniker dabei. Bei JA lies hier weiter…

Jetzt ist es wichtig mit Fingerspitzengefühl dem örtlichen Tontechniker zu beschreiben was ihr braucht und wie es klingen soll OHNE dabei seine Ehre zu kränken – sondern ihn zu motivieren damit er euch einen guten Sound zaubert. Folgende Infos sind wichtig:

PA

Das steht für eng. „Public Address“ und damit für die Tonanlage die das Publikum beschallt. Ihr benötigt ein PA System das für euren Musikstil und die Venue ausreichend dimensioniert ist. Punkt. Angaben zu Hersteller, Watt, Zoll und sonstigem Käse könnt ihr euch sparen – man wird euch schon was vernünftiges hinstellen.

Ein großes PA System (LineArray) bei einem OpenAir – gut zu sehen auch NearFill Lautsprecher die vorne an der Bühnenkante liegen.

Input-Liste

Das ist eine Auflistung aller Instrumente und Stimmen die im maximalen Ausbau abgenommen werden sollen. Dabei ist zu unterscheiden ob via Mikrofon oder DI-Box (für direkte Instrumenten-Ausgänge z.B. bei Keyboards oder Akustikgitarren). Auch Specials wie z.B. ein Vocal-Effektprozessor oder eigene mitgebrachte Mikrofone solltet ihr erwähnen damit der Tontechniker informiert ist.

Ps. Nachdem ihr keinen eigenen Tontechniker dabei habt bringt es nichts für jeden Input im Detail das exakte Mikrofon, Stativ, Compressor, Gate usw. aufzulisten. Die Wahl des Equipments solltet ihr dem örtlichen Tontechniker überlassen bzw. was dieser zu Verfügung hat.

Die Input-Liste sortiert sich nicht nach „priorität“, sondern üblicherweise danach, wie der Tontechniker seine Mikrofone am Mischpult ansteckt um möglichst effizient und übersichtlich arbeiten zu können.

Eine gewissen Reihenfolge hat sich mittlerweile etabliert: Schlagzeug, Bass, Gitarren, Tasten, Bläser, Gesang.

Ein Input-Liste könnte so aussehen:

  • Bassdrum
  • Snare
  • 3x Toms
  • HiHat + Overheads
  • Bass (XLR DI-Out am Verstärker)
  • 2x Gitarren Verstärker
  • 1x Akustikgitarre (benötigt DI-Box)
  • 1x Keyboard Stereo (benötigt 2x DI-Box)
  • 1x Saxophon mit eigenem Kondensator-Clip-Mikrofon
  • 3x Gesang (davon 1x eigenes Funkmikrofon [Funkfrequenz] mit XLR-Anschluss)
Gerade bei ungewöhnlichen Band Aufstellungen hilft ein Stageplot enorm!

Stageplot

Stageplot ist eine aus der Vogelperspektive gezeichnete Skizze der Bühne auf der zu erkennen ist, auf welchen Positionen was steht bzw. benötigt wird.

  • Musiker
  • Riser / Podeste
  • Monitore
  • Backline (Verstärker & Instrumente)
  • Steckdosen für Strom
  • usw…

Umso einfacher diese Skizze gehalten ist, umso besser die Informationen daraus hervor gehen, umso besser! Spart euch 3D Zeichnungen und unnötige Informationen. Das verwirrt nur und nimmt den Blick auf die wichtigen Infos!

Monitoring

Monitor-Lautsprecher:

Es ist nicht immer möglich für jeden Monitor-Lautsprecher einen extra Monitor-Mix am Mischpult zu machen. So kann es passieren das zwei oder mehrere Monitor-Lautsprecher auf einem „Weg“ zusammen hängen und den gleichen Mix bekommen. Beschreibt hier, wie viele Monitor-Lautsprecher ihr im realistischen Idealfall benötigt und überlegt euch welche Musiker sich einen Lautsprecher oder zumindest einen Mix teilen können. In kleinen Clubs gibt es im Normalfall bis zu 4 Monitor-Wege (Mixe) – eine gute Referenz um sich vorher schon zu überlegen, welche 2 der 5 Musiker am einfachsten mit einem Mix auskommen können. (weil sie einen ähnlichen Mix benötigen)

Viel hilft Viel? – Monitoring für Soulfly in einem 800er Club.

InEar-Monitoring: Im Regelfall gibt es kein InEar-Monitoring vor Ort und muss selbst mitgebracht werden. Man sollte sich aber immer die Frage stellen:

A) Kann man das mit dem örtlichen Mischpult umsetzen?

B) Will man wirklich den direkten Einfluss auf sein Gehör einem fremden Tontechniker anvertrauen? Denn das Hörsystem sitzt nur knapp vor dem Trommelfell!

Es gibt Bands, die ein komplett autarkes InEar-Sytem dabei haben (Signal-Splitter, Monitor-Mischpult und InEar-Funkstrecken) aber trotzdem ohne eigenen Tontechniker reisen. Das kann funktionieren, setzt aber voraus das einer der Musiker sich blind mit dem Equipment auskennt und das System sich so einfach und selbsterklärend in bestehende Tontechnik-Setups integrieren lässt, das jeder örtliche Tontechniker sofort damit zurecht kommt bzw. knappe Change Over Zeiten eingehalten werden können.

seperates InEarMonitoring mit eigenem Digitalpult und iPAD Remote.

Sound

Jetzt kommt der Teil, der am sensibelsten ist: Wie hat der örtliche Tontechniker euch zu mischen.

Am besten ihr beschreibt kurz euren Musikstil und bietet dem Tontechniker einen kurzen Link zu Musikbeispielen von euch an. Das kann z.B. eine Playlist im Internet (Spotify, Soundcloud, Youtube, Bandcamp, etc…) sein.

Beschreibt Effekte die ihr euch Wünscht (z.B. Slap-Back Delay auf der Stimme vom Sänger) – sollten es individuelle Wünsche für Songs sein, gebt dem örtlichen Techniker eine Setlist von euch mit Anmerkungen zu Effekten und ggf. Solos für jeden Song.

Am Ende braucht es noch ein paar liebevolle Worte um den örtlichen Tontechniker zu motivieren sein bestes zu geben.

Ps. sollet ihr das Glück haben, einen motivierten, interessierten und engagierten örtlichen Tontechniker für den Abend zu erwischen der wirklich einen guten Job gemacht hat: schenkt ihm eine CD und lasst euch die Nummer von ihm geben falls ihr ihn mal wieder braucht. Im besten Fall merkt ihr das schon während dem Soundcheck und sagt da schon mal Danke! Das lohnt sich!

FERTIG – mehr braucht es nicht.

Als Band-Tontechniker und eigenem Pult auf einem Festival.

JA, wir haben einen eigenen Tontechniker dabei.

Führt hier gleich nochmal den Kontakt von eurem Tontechniker auf mit Handynummer und E-Mail damit klar ist, wer bei euch am Mischpult stehen wird.

Die zweite Frage die jetzt interessant ist: Bringt euer Tontechniker ein eigenes Mischpult oder Equipment mit und was benötigt er dann vor Ort?

PA

Ihr benötigt ein professionelles PA System das für euren Musikstil und die Venue ausreichend dimensioniert ist inkl. nötiger Fills und Delay Lautsprecher. Punkt.

Spart euch die Angaben zu Herstellern, Systemen, Watt, Zoll, usw.

Die Kunst ist, das euer Tonmann auf jeder PA in jedem Club klar kommt. Sollte doch mal die Frage kommen, welches System sich euer Tonmann wünscht, wird man ihn kontaktieren.

FOH

Hier können Wünsche bezüglich FOH-Position, Pult und ggf. Effektgeräten angegeben werden. Aber auch hier gilt, meist muss man das nehmen, was in der Venue vorhanden ist und damit klar kommen. Trotzdem sind diese Infos wichtig, damit ggf. Vorgewarnt oder auf Wünsche eingegangen werden kann.

FOH Position

Natürlich wollt ihr an der optimalsten Hörposition im Raum stehen: z.B. mittig in der Mitte im gleichschenkligen Dreieck zur PA, nicht an Rückwänden, unter oder auf Emporen, an der Seite etc… Oft muss man sich hier letztendlich arrangieren. Warnt hier auch gerne vor wenn es bei euren Konzerten etwas wilder abgeht und bittet um Barriers rund um den FOH.

Hart erkämpfter seitlicher FOH Platz trotz durchgehender Bestuhlung. Manchmal braucht es gute Argumente und einen fairen Kompromiss.

Pult

NEIN, ihr bringt kein eigenes Mischpult mit:

Wie groß muss das örtliche Mischpult sein, sprich wie viele Inputs muss man am Mischpult verwalten können. Mit dem Einzug der Digitalpulte es ist wichtig zu schreiben auf welchen Pulten sich euer Tontechniker auskennt und klar kommt mit der Bitte um Rückmeldung, welches Mischpult vor Ort steht um ggf. sein Wissen über das Pult nochmal auffrischen zu können. Sollte ein analoges Mischpult vor Ort stehen, gibt man hier noch an welches Outboard Equipment (Gates, Kompressoren, Effektgeräte, EQs) euer Tontechniker mindestens benötigt.

Auch gehört hier hin, wenn euer Tontechniker eigenes Outboard Equipment mitbringt das er verwenden möchte.

JA, ihr bringt ein eigenes Mischpult mit.

(macht nur Sinn bei Digital-Mischpulten mit digitalen Stageboxen für die es kein analoges Multicore zum FOH braucht!) Hier ist es ganz praktisch kurz zu schreiben um welches Mischpult es sich handelt, wie viel Platz ihr ca. für das Mischpult am FOH braucht und bittet um einen Tisch/Case sowie das euch örtlich die nötigen Kabel für eure Stagebox (z.B. 2x Cat 5e) bereitgestellt werden. Diese solltet ihr aber unbedingt immer selber zusätzlich dabei haben.

Bei einem eigenen Mischpult ist noch wichtig zu erwähnen, wo ihr das Summen-Signal für PA und Monitoring übergeben werdet. Stagebox oder FOH.

Absoluter Ausnahmefall: Eigenes FOH Pult an einer perfekten FOH Position im gleichschenkligen Dreieck zur PA.

Monitoring

Monitor-Lautsprecher

Beschreibt hier wie viele Monitor-Lautsprecher (Wedges) auf wie vielen Wegen (Mixen) ihr minimal und im Idealfall braucht. Hier ist es wie bei PA-Systemen, man muss nehmen was da ist.

InEar-Monitoring

Listet hier kurz auf welches InEar-Equipment ihr mitbringt (Funkfrequenzen). Bei der Verwendung von örtlichen Hauspulten solltet ihr euch vorher Gedanken machen wie einfach sich euer InEar-System in bestehende Tonsysteme integrieren lässt. Hier spielt das eigene Mischpult, das ihr mitbringt seine Stärke aus.

Kleines InEar Setup mit Stagebox, KLANG:vier Monitoring, kabelgebunden und mit Funk.

Externer Monitormix

Beschreibt hier kurz was zu tun ist bei einem zweiten Monitor-Mischpult, wer dieses bedienen soll und was im falle eines selbst mitgebrachten Mischpultes passiert.

Input-Liste

Für den Fall das ihr Mikrofone etc. vom örtlichen Techniker benötigt bzw. das örtliche Mischpult verwendet macht es Sinn eine Input-Liste zu schreiben.

In diese Liste in Tabellenform gehören alle abzunehmenden Instrumente inkl. gewünschter Mikrofone, Stative (Clip, groß oder Klein) und sonstiger Anmerkungen wie z.B. Phantomspeißung etc…

Am besten man sortiert die Input-Liste schon mal nach der etablierten Mischpultbelegung. Drums, Bass, Gitarren, Keys, Bläser, Vocals…

Das erleichtert örtlichen Techniker ggf. die integration in einen Festival-Patch, wenn die verschiedenen Input-Listen mit dem Festival-Pult realisiert werden müssen.

Bringt ihr ein eigenes Mischpult mit UND habt eigene Mikrofone dabei, könnt ihr euch auch eine Input-Liste auf dem Rider sparen. Es ist aber Sinnvoll die Anschlüsse an der Stagebox zu beschriften oder zumindest einen kleinen Patchplan mit Kanal-Nummer und Instrument zu schreiben damit örtliche Techniker beim verkabeln helfen können.

Ein bunter Strauss Mikrofone und DIs auf Tour.

Stageplot

Stageplot ist eine aus der Vogelperspektive gezeichnete Skizze der Bühne auf der zu erkennen ist, auf welchen Positionen was steht bzw. benötigt wird.

  • Musiker
  • Riser / Podeste
  • Monitore
  • Backline (Verstärker & Instrumente)
  • Steckdosen für Strom
  • Stagebox
  • usw…

Umso einfacher diese Skizze gehalten ist, umso besser die Informationen daraus hervor gehen, umso besser! Spart euch 3D Zeichnungen und unnötige Informationen. Das verwirrt nur und nimmt den Blick auf die wichtigen Infos!

Seite 3 – Lichttechnik

Auch hier ist für den örtlichen Lichttechniker wichtig zu wissen, ob er selber euch das Licht drücken soll, oder ihr selber einen eigenen Lichttechniker dabei habt.

NEIN, ihr habt keinen Lichttechniker dabei. – Dann könnt ihr euch diesen Teil komplett sparen oder zumindest dem „Lichtdesigner“ beschreiben was ihr für Musik macht, welche Farben gut zu euch passen und wie Energiegeladen die Lichtshow sein darf. Nicht vergessen: Das Ego des örtlichen Lichttechnikers vor ab schon mal etwas pudern mit ein paar netten Worten damit sich dieser ordentlich für euch ins Zeug legt und aus allen Rohren ballert! -> Auch hier wieder: Solltet ihr merken, das der Lichtman wirklich einen guten Job macht, schenkt ihm eine CD und lasst euch seinen Kontakt geben. Irgendwann wird man mal einen eigenen Lichttechniker brauchen!

Lokales Licht (hängend) – mitgebrachtes Bandlicht (stehend).

JA, ihr habt einen eigenen Lichttechniker dabei.

Das ist jetzt schon etwas für fortgeschrittenere Bands – und in der Regel wissen eure Techniker dann schon was hier zu schreiben ist.

Kurz und Knapp – wichtig sind folgende Infos:

  • mit welchen Lichtmischpulten kennt euer Lichtmann sich aus?
  • bringt ihr ein eigenes Lichpult mit?
  • Welche Scheinwerfer benötigt ihr?
  • Welche Scheinwerfer bringt ihr mit?
  • Was für Stromanschlüsse braucht ihr für euer Licht?
  • usw…
Tourprobe mit eigenem Licht-Setup im Proberaum.

Seite 4 – Videotechnik

Ähnlich wie bei Licht – Videotechnik ist etwas für Fortgeschrittene und es ist hier nötig das ihr einen eigenen Videotechniker dabei habt der sich um dieses Thema kümmert.

Videoeffekte (Visuals) können z.B. 3D Video-Mapping mit einem Beamer oder klassisches Video-Content für eine LED-Leinwand.

Wie bei Licht ist hier wichtig zu klären was ihr für Anforderungen an die Technik habt (Beamer oder LED-Leinwand, Ansilumen, Auflösung & Format, Videoanschluss, was macht ihr genau, etc….). Was braucht ihr vor Ort, was bringt ihr mit?

Gut gemacht können Videoeffekte wirklich Eindruck beim Publikum schaffen und unter Umständen sogar eine komplette Lichtshow überflüssig machen.

Visuals – hier eine Beamer-Leinwand Projektion

… und zum Schluss…

Es ist wichtig das ihr als Band einen Positiven, besser sogar einen herausragenden Eindruck beim Publikum und Veranstalter hinterlasst. Wenn ihrs beim ersten Konzert beim Veranstalter VERKACKT, wird euch dieser NIE WIEDER buchen und sowas spricht sich schnell in der Szene herum!!! – Da hilft dann nur noch eine neue Bandformation mit neuem Bandnamen.

Bei all der Kreativität für eine ausgefallene „Show“ denkt immer daran:

  • Macht es den örtlichen Technikern und Veranstaltern so einfach wie möglich
  • Seid nett und kompromissbereit zu Veranstaltern und örtlichen Technikern.
  • Safety First! Keine schnell entflammbare Deko, nur elektrisches Equipment das geprüft und in einwandfreiem Zustand ist, keine Pyro oder Laser ohne einen Fachmann!
  • Nehmt ausschließlich Technik-Setups auf Tour mit die absolut zuverlässig funktionierten und überlegt euch Backups falls doch mal was nicht geht.

Ein Band-Rider wächst mit der Band und wenn ihr viel spielt gehört er regelmäßig überarbeitet und angepasst. Packt eure Erfahrungen in den Rider, achtet aber immer darauf ihn nicht zu überladen, ggf. auch mal Dinge aus dem Rider zu schmeißen die selbstverständlich sind und euch noch nie Probleme gemacht haben.